Ein online zu publizierender Artikel über einen Blumenladen soll mit den entsprechenden Bildern versehen werden. Natürlich kann man einfach ein paar mit dem Mobiltelefon aufgenommene Bilder in den Artikel einfügen, aber ist das wirklich ausreichen?

Eine Publikation lebt neben dem Text auch von den zum Text passenden Bildern. Das Zusammenspiel der beiden Elemente entscheidet letztendlich, ob der Artikel nur kurz überblättert, oder wirklich gelesen wird.

Im Rahmen einer Artikelserie werde ich die nötigen Schritte für das Erstellen solcher Fotos beschreiben und auch meine Erfahrungen mit dem Lernprojekt mitteilen.

1. Vorbereitung

1.1 Planung des Bilderumfangs

Zunächst muss der Umfang des Artikels und damit die Anzahl der benötigten Bilder genau bestimmt werden. Die Auswahl und Menge der Bilder hängt dabei natürlich stark vom Inhalt des Artikels ab. Ist es eine klassische Reportage über die Personen, die im Blumenladen arbeiten oder soll der Laden dem Zielpublikum vorgestellt werden? Der Umfang der Bilder wird ebenfalls von den lokalen Gegebenheiten und den abzulichtenden Personen beeinflusst und sollte zuvor zumindest grob mit den beteiligten Personen abgesprochen werden.

In diesem Projekt gehe ich von einem ausführlichen Artikel mit begleitender Bilderserie aus, der den Laden vorstellen soll. Der Artikel besteht aus den folgenden Teilen:

  1. Aufmacher, der den Artikel motiviert und einführt – warum überhaupt dieses Floristikfachgeschäft?
  2. Kurzportrait der Eigentümerin.
  3. Hauptartikel, der den Blumenladen, sein Angebot, die Kundschaft und die Angestellten vorstellt.
  4. Nachsatz, der zum Besuch des Ladens einlädt und Öffnungszeiten bzw. Kontaktinformationen enthällt.

Welche Bilder bzw. Bildtypen werden dabei benötigt? Orientiert man sich an den gängigen Formaten und Publikationen werden dazu (mindestens) die folgenden Bilder benötigt:

Aufmacher

Der Aufmacher ist der Eye-Catcher schlechthin. Hier muss der geneigte Leser in wenigen Sätzen erfahren, warum er den Artikel lesen soll. Ein Bild des Ladens für den Aufmacher ist unverzichtbar, dieser wird oft in verkleinerter Form auch für den Artikel-Teaser auf Übersichtsseiten verwendet. Ein Blick und man muss wissen, worum es sich handelt, auch wenn das Bild im Teaser nur 2x2cm groß ist.

Einleitung bzw. Kurzportrait

Ein klassisches Portrait der Inhaberin gehört in den zweiten Teil. Dieses wird üblicherweise vom beschreibenden Text umflossen und sollte auch auf kleinen Bildschirmen einen positiven Eindruck hinterlassen. Optimal ist, wenn die Blickrichtung der Person zum umfließenden Text zeigt. Je nach Umfang des Textes muss man sich hier zwischen einem Kopf- oder Halbfigur-Portrait entscheiden.

Hauptteil

Passend zum dritten und wichtigsten Teil des Artikels werden begleitende Bilder benötigt. Diese werden entweder als Absatztrenner in voller Breite im Querformat oder vom Text umflossen als Hochkantfoto benötigt. Im Beispielartikel gehen wir einmal von den folgenden Bildern aus:

  • Ein Ganzkörper-Portrait der Inhaberin, wie sie ihren Laden präsentiert.
  • Eine „Verkaufssituation“ mit einer Mitarbeiterin um den freundlichen Service bildlich zu unterstützen.
  • Ein oder zwei Beispiele für besonderer Blumenkreationen um die Ansicht der Bildergalerie zu motivieren.

Abschluss und Bildergallerie

Am Ende des Artikels wird zum Besuch des Blumenladens eingeladen und damit ist der Artikel im Kasten. Oder nicht? Es fehlt die Bildergallerie, in der verschiedene Aspekte des Blumenladens jeweils per Bildunterschrift erklärt werden. Dieser Teil wird oft unterschätzt und höchstens mit einfach nur übriggebliebenen Bildern gefüllt. Das ist schade, denn wenn der geneigte Leser schon den gesamten Artikel gelesen hat und mit einer selbst gebildeten Meinung in die Gallerie schaut und hier verprellt wird, schadet das dem gesamten Artikel. Es lohnt sich hier ebenfalls ein wenig Mühe zu investieren. Vor allem sollte man den getauschten Rollen von Text und Bild ausreichen Rechnung tragen. Hier steht die Bildwirkung im Vordergrund, der Text liefert nur Hintergrundinformationen. Im Fall des Blumenladens bieten sich folgende Bilder bzw. Situationen an:

  • Überblicksbilder, die die Größe und den Aufbau des Ladens zeigen.
  • Ein „das Team stellt sich vor“-Bild.
  • Journalistische Portraits der im Laden arbeitenden Personen z.B. beim Zusammenstellen von Sträußen.
  • Referenz-Bilder für Services außerhalb des Hauses z.B. für Geburtstage, Feiern & Co.

Und noch einmal – weil es so wichtig ist: Reicht die Zeit nicht für eine gescheite Bildergallerie, sollte man diese nicht mit minderwertigen Bildern füllen, sondern diese zur Not weglassen oder alle im Artikel verwendeten Bilder noch einmal in voller Auflösung und mit ein paar erklärenden Worten einstellen.

1.2 Erstellung eines Skripts

Ein Skipt für das Shooting schafft Ordnung. Ordnung, die gerade beim Fotografieren von mehreren Motiven bzw. Personen bitter nötig ist. Am Ende des Termins dürfen keine Bilder fehlen. Eine strukturierte Arbeitsweise schafft zusätzlich Vertrauen und hilft den zu fotografierenden Personen, sich zu entspannen, was wiederum zu besseren Fotos führt. Die Konzentration auf das als nächstes zu schießende Foto hilft effektiv Ablenkungen zu minimieren.

Ein gutes Skript bietet die folgenden Informationen:

  • Eine kleine Beschreibung des zu erreichenden Bildes,
  • Die für das Foto benötigte Ausrüstung,
  • Das Setup und eventuell zu beachtende Details.
  • Eine Checkbox zum Abhaken und
  • Ein wenig Platz für Notizen während des Shootings.

Für den Fall unseres Lernprojektes „Blumenladen“ habe ich mich einmal an einem Shooting-Skript „Floristikfachgeschaeft“ versucht, welches im Folgenden als Grundlage dient.

1.3 Vorbesprechung & Feinplanung

Nachdem im Schritt 1.1 bereits der Umfang grob besprochen wurde, geht es nun an die konkrete Umsetzung. Das zuvor ausgearbeitete Skript muss nun mit den jeweiligen Personen abgestimmt werden. Anregungen und Kritiken werden eingearbeitet und so der endgültige Ablauf des Shootings festgelegt.

Wichtig ist es auch, bei diesem Treffen die vertraglichen Angelegenheiten zu klären. Ich empfehle hier einen Entwurf eines an die Situation angepassten TFP bzw. „Model-Release“-Vertrages mitzunehmen. Diese Formalität ist lästig, kann jedoch bei eventuell späteren Meinungsverschiedenheiten viel Arbeit ersparen. Vorlagen für solche Verträge findet man überall im Internet. Sind mehrere Personen involviert, muss man sich die Einverständniserklärung von jeder beteiligten Person einholen, weil die wenigsten Arbeitsverträge Klauseln über Fotorechte enthalten. 😉

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